Geburtsbericht von Tamo
Es erfüllt mich mit großer Freude, deinen Geburtsbericht zu lesen!
Meine Hausgeburt
Tamo * 25.08.2025
3800g · 53cm · 35cm Kopfumfang
Am 25. August ging es bei uns los. Gegen fünf Uhr morgens bin ich mit leichten Unterleibsschmerzen wach geworden. Es war noch nichts dramatisches, aber schon regelmäßig, also habe ich mal den Timer angemacht. Die Abstände lagen so zwischen fünf und zehn Minuten. Ich habe meinen Freund bis sechs Uhr schlafen lassen und ihn dann ganz vorsichtig gefragt, ob er aufnahmefähig wäre und ob er meint, dass er überhaupt auf Arbeit gehen sollte oder ob es sich eh nicht lohnt, weil ich ihn vermutlich gleich wieder anrufen würde. Wir haben uns dann erst mal fertig gemacht und um sieben Uhr herum wurden die Schmerzen schon spürbar stärker. Er meinte dann, er bleibe lieber gleich zu Hause. Er hatte scheinbar schon im Gefühl, dass es kein falscher Alarm war.
Die Stimmung war morgens noch relativ locker, also sind wir sogar noch zu McDonald’s gefahren, um was wenigstens noch etwas kleines zu frühstücken, falls wir später nicht mehr dazu kommen. Der Weg zum Auto (100 Meter!) war trotzdem schon eine Herausforderung – ich musste immer wieder anhalten und mich irgendwo festhalten, um die Wehen zu veratmen. Für den Autositz haben wir vorsichtshalber eine Folie mitgenommen, falls unterwegs die Fruchtblase platzt. (gebraucht haben wie sie aber zum Glück nicht)
Auf dem Rückweg nach Hause haben wir Peggy angerufen. Sie wollte ohnehin gegen 11 Uhr zur Vorsorge kommen und meinte, sie sei in der Nähe und würde gleich vorbeischauen. Die Autofahrt zurück war dann schon echt unangenehm, und zu Hause konnte ich während der Wehen schon nicht mehr sprechen, so intensiv waren sie.
Peggy kam dann schon gegen halb zehn und meinte sofort, dass ich schon „propper am besten getan,“ Schmerzen hätte. Auf der Couch hat sie den Muttermund abgetastet – und ich war total überrascht, dass ich schon bei vier Zentimetern war. Liegen war für mich allerdings furchtbar, also stand oder bewegte ich mich lieber. Nun löste sich dann der Schleimfropf, den ich mir im übrigen irgendwie kleiner bzw. mengenmäßig weniger vorgestellt hatte.
Unsere beiden Hunde waren die ganze Zeit bei mir. Sie haben sich immer wieder neben mich gelegt, als würden sie genau verstehen, was passiert. Die Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlten, tat mir gut. Mein Freund war natürlich auch die ganze Zeit da, hat mich massiert, mich gehalten und war einfach genau da, wo ich ihn gebraucht habe.
Ich hatte des Öfteren das Gefühl auf Toilette zu müssen, aber Fehlanzeige. Während einer Wehe ist mir dort dann die Fruchtblase geplatzt.
Peggy hat die Herztöne insgesamt dreimal kontrolliert, die waren immer super. Das hat uns allen viel Ruhe gegeben. Irgendwann war der Muttermund dann schon bei acht Zentimetern. Gegen Mittag haben mein Freund und Peggy den Geburtspool aufgebaut und Wasser eingelassen. Gegen 13 Uhr bin ich dann eingestiegen.
Im Pool habe ich verschiedene Positionen ausprobiert, damit das Köpfchen besser nach unten rutscht. Die Wehen wurden richtig heftig und irgendwann haben wir das Balkonfenster zugemacht, weil ich deutlich lauter wurde. Mir hat die kniende Position über den Rand gebeugt am besten getan. Alles andere hat sich für mich nicht richtig angefühlt.
Als das Köpfchen da war, durfte mein Freund fühlen. Ich wollte in dem Moment nur festhalten und weiter machen, also habe ich das Fühlen ihm überlassen. Um 16:04 Uhr war es dann soweit: Tamo war da. Endlich. Nach elf intensiven Stunden.
Ich blieb´ danach noch etwa 45 Minuten mit ihm im Pool sitzen, habe ihn gehalten, und er war einfach nur ruhig und beseelt. Kein Weinen, nur Schauen. Wir haben ihn in ein dunkelrotes Handtuch eingewickelt und diese ersten Momente als kleine Familie einfach genossen.
Peggy und die Zweithebamme, welche es nicht ganz zur Geburt selbst geschafft hatte, haben mir danach auf die Couch geholfen und alles für die Versorgung vorbereitet. Die Nachwehen waren gut auszuhalten. Nach rund zwanzig Minuten habe ich noch einmal kurz geschoben und die Nachgeburt kam problemlos. Nach dem Auspulsieren hat der frischgebackene Papa die Nabelschnur durchgeschnitten – ein richtig schöner Moment.
Den restlichen Nachmittag lag Tamo auf meiner Brust, hat schon die ersten Trinkversuche gestartet und war die ganze Zeit zufrieden. Gegen halb sieben hat mein Freund etwas zu essen besorgt, während Peggy und die zweite Hebamme noch den restlichen Papierkram erledigten. Danach durfte Tamo das erste Mal auf Papas Brust kuscheln.
Nachdem sich beide Hebammen verabschiedeten, waren wir nun das erste Mal allein mit unserem Wunder und einfach nur glücklich, stolz und komplett erfüllt.
Die Entscheidung für die Hausgeburt war trotz der belächelnden Blicke und Kommentare die absolut richtige. Wir würden uns jederzeit wieder dafür entscheiden und hoffen, dass wir beim eventuellen Geschwisterchen wieder von Peggy betreut werden können.
Liebe Peggy,
danke von Herzen für deine ruhige, liebevolle und wunderbare Begleitung – in der Schwangerschaft, während der Geburt und auch im Wochenbett. Du hast uns in unserem Tempo machen lassen, uns Raum gegeben und warst trotzdem immer da, genau im richtigen Moment. Ohne dich wäre diese Geburt nicht so schön geworden. Danke für Alles ! ©
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